Hoch über der Ebene thront die mächtige Festungsruine Hohenneuffen auf einem 743 m hohen Bergsporn am Albtrauf. Am Hang des Neuffen fanden sich frühe menschliche Spuren aus der Bronzezeit (um 800). Die Ruine geht auf eine mittelalterliche Höhenburg zurück, die um 1100 als Hochadelssitz unter Graf Manegolt von Sulmetingen errichtet wurde. Die Schildmauer und eine innere Ringmauer aus dieser Zeit sind heute teilweise noch erhalten.
Die nie eroberte Burg Hohenneuffen spielt in der Landesgeschichte eine bedeutende Rolle. Zu besonderer Geltung gelangte sie als Stammsitz der Herren von Neuffen, Verwandten des Erbauers und einem der hervorragendsten schwäbischen Adelsgeschlechter, das hohe Ämter und Vertrauensstellungen unter den Staufern innehatte. Heinrich von Neuffen war unter Kaiser Friedrich II. Prinzenerzieher, Berater und begleitete den Staufer 1228 auf seinem Kreuzzug ins Heilige Land.
Die politische Ära des Neuffener Geschlechts endete 1234/35 mit der Niederschlagung des von Heinrich von Neuffen unterstützten Aufstands von König Heinrich gegen seinen Vater, den Kaiser. Zu den großen kulturellen Leistungen derer von Neuffen zählen die berühmten Lieder Gottfried von Neuffens, der als Minnesänger zu höchstem Ruhm gelangte.
Im Jahr 1301 wurde die Burg an Graf Eberhard I. von Württemberg verkauft. Er erneuerte die Festungsanlage, indem die gefährdete Ostflanke vorgelagerte, äußere Ringmauern erhielt. Der Hauptzugang zur Burg führte nun durch den Allewind-Torturm, der als Teil dieser östlichen Ringmauern errichtet wurde.
Der Hohenneuffen bewies im 16. Jahrhundert seine Uneinnehmbarkeit als eine der sieben Landesfestungen. Herzog Ulrich von Württemberg und sein Sohn Herzog Christoph von Württemberg bauten die Burg zu einer imposanten Anlage mit gewaltigen Verteidigungsringen, drei Rundbastionen für die Geschützpostierung, dem Oberen Wall und einem neuen Burgzugang, einer Brücke auf acht Pfeilern, aus.
Diese Anstrengungen waren in einer Zeit politischer Unruhen, auch infolge der Reformation und des Bauernkriegs, notwendig geworden, um die Burg trotz neuer Waffen, Schießpulver und Geschützen unangreifbar zu machen. Fast alle Bauten aus dieser Zeit sind erhalten geblieben und bestimmen auch heute noch das Bild der Burg.