Berühmteste Neuffener ist der Minnesänger "Her Götfrid von Nifen", von dem 51 Lieder in der berühmten Manessische Liederhandschrift aufbewahrt sind. Diese von dem Züricher Patrizier Manesse (gestorben 1304) maßgeblich zusammengestellte prächtige Sammlung deutschsprachigen Liedguts ordnet die Dichter des "Frauenlobs" nach Rang. Gottfried von Neuffen steht an 17. von 138 Stellen.
"(...) Solde ich da von föide lazen
sit daz mich diu welt an fröiden wil vergan?
Nein, ich wil mich sorgen mazen
Dur die lieben der ich her gedienet han.
Sie hat mangd wibes güete
Siest gelich des meien blüete
Swie diu here min gemüete
Lat so lange in senden sorgen stan.(...)"
"(...) Sollt ich da der Freud entsagen,
weil die Welt mich will an Freuden übergahn?
Ich will nicht mehr Trübsal tragen
Um der Liebsten willen, der ich dienet han.
Sie hat so viel Frauengüte, sie ist wie des Maien Blüte,
wenn die Stolze mein Gemüte auch so lang in Sehnsucht lasset stahn (...)
"Müd von Schlagen und von Siegen
Zieht der Herzog durch sein Land, droben sieht er Neuffen liegen
Auf der dräuenden Felsenwand.
Heißer Strahl der Frühlingssonnen
Brennt auf Reiter und auf Ross
Wäre doch das Nest gewonnen!
Ruft der Landgraf, sein Genoß. . Und so reiten sie die Stege
Durch den kühlen Wald hinauf;
Lauscht kein Hinterhalt im Wehe?
Regnen keine Kugeln drauf?
Nein, es ist kein Feind zu spüren,
Alle Zinnen stehen leer,
Auf bequemen Brücken führen
Durch den Burgwall sie das Heer. (...)
"Herr, erwidert ihm der Ritter,
Warf sich vor des Herzogs Fuß:
Seid nicht eurem Knechte bitter,
Nennt auch feig nicht seinen Gruß
Mir ist heut ein Sohn geboren
Meines Hauses erster Stern;
Wird mir der - hab ich geschworen,
Will ich huldgen meinem Herrn. (...)"
Die Festung Hohenneuffen war als Landesfestung auf lange Belagerungen eingerichtet. Im Jahr 1568 notierte man folgenden Waffenvorat: 12 Geschütze mit 5.000 Kugeln und 200 Zentner Pulver, 70 Gewehre und 300 Spieße. Verpflegung hatte man drei Monate lang für 100 Mann und 50 Pferde.
Die Magd der Frau des Kommandanten Matthias von Jost (1688-1690) führte "trotzige Reden" und bekam deshalb Turmhaft angedroht. Eines Nachts versuchte sie zu flüchten, verletzte sich und wurde auf den Hohenneuffen zurückgebracht. Über den Aufenthalt dort könne sie sich nicht beklagen, bekannte sie, außer "wegen Mangel der ledigen Kerl, rauher Einsamkeit und dicken Rauchs in der Küche".
Eine schwäbische Sage berichtet von einer wunderbaren Rettung des im Dreißigjährigen Krieg belagerten Hohenneuffen. Auf Rat des Schlosskaplans wandten die ausgehungerten Festungsbewohner eine List an: Sie verfütterten ihr letztes Getreide an einen darbenden Esel, der prompt die reiche Mahlzeit nicht vertrug und verendete. Der gemästete Kadaver wurde über die Burgmauer geworfen und die Feinde zogen, überzeugt von der Fülle an Nahrungsvorräten auf der Burg, ab.
"Vor dem Gebirg die Einzelberge ragen, das kahle Haupt verklärt im Abendlichte
und schön umrauscht von alten Heldensagen.
Von ihren Burgen, jetzt zu Staub geschlagen,
ward einst im Siegeslauf die Weltgeschichte
bis ins ferne Morgenland getragen."
Eduard Paulus
Zu Füßen des Hohenneuffen, im Bahnhof von Neuffen, endet die Fahrt durchs Tal mit dem "Sofazügle", einer historischen Dampf-Eisenbahn. Im Jahr 1900 wurde die "Tälesbahn" von Nürtingen nach Neuffen als erste Bahnlinie der Württembergischen Eisenbahn-Gesellschaft eröffnet. Eisenbahnfreunde, Liebhaber der Alblandschaft und Besucher der Festungsruine genießen gleichermaßen die halbstündige, gemächliche Fahrt. Der Name der Bahn ist irreführend, man sitzt nicht auf Plüsch, sondern auf Holzbänken.